Save the Children

Frauenkirche - Versöhnung

„Raum schaffen für Gespräche als Basis für Versöhnung.
Sinnvoll streiten, respektvolles Miteinander. Aufeinander zugehen.“

Bild der Frauenkirchen Dresden in Ruinen

Die große Idee

Während der Luftangriffe auf Dresden im 2. Weltkrieg wurde die Frauenkirche im Februar 1945 in Schutt und Asche gelegt. Vor der deutschen Wiedervereinigung 1989 hatten die beiden Gründer von WCE noch den Trümmerhaufen gesehen, den man als Mahnmal gegen Krieg und Zerstörung belassen hatte. Anlässlich mehrerer Besuche in Dresden zwischen 1994 und 2004 konnten sie miterleben, wie die Kirche Stein für Stein wieder aus der Asche stieg − vom Fundament der Unterkirche bis zur Domkuppel und einem neuen Kreuz. Beeindruckt von diesem gigantischen Wiederaufbau fragten sich Beeson und Munro: “Wie wäre es, wenn in dieser Kirche, die durch Hass und Krieg zerstört wurde, ein Dialog über Versöhnung stattfinden würde?" Der Weg zur Verwirklichung dieser Idee begann mit der Entscheidung, das 1st World Café European Gathering in Dresden abzuhalten.

Unterkirche der Frauenkirche Dresden, die für ein World Café aufgebaut wurde

Wer hat teilgenommen?

Mehr als 100 Menschen kamen in der Dresdner Frauenkirche zusammen, um über das Konzept ''Versöhnung" zu diskutieren und aus persönlichem wie gesellschaftlichen Blickwinkel Erfahrungen auszutauschen und Erkenntnisse zu teilen. Die Teilnehmer kamen aus Dresden, Europa und der ganzen Welt. Die Krypta der Unterkirche war ein idealer Ort, um ein solches World Café in zwei Sprachen (Deutsch und Englisch) zu veranstalten. Der kreuzförmige Grundriss mit dem monumentalen Altarstein in der Mitte gab auf natürliche Weise die deutsch- bzw. englischsprachigen Stuhlbereiche vor. Teilnehmer, die beide Sprachen beherrschten, konnten sich während des World Cafés zwischen diesen beiden Bereichen bewegen.

Teilnehmer des World Cafés in der Unterkirche der Frauenkirche Dresden

Was sind die Ergebnisse, was wurde bewirkt?

Seit ihrem Wiederaufbau versteht sich die Frauenkirche als ein Ort des Friedens und der Versöhnung, getreu ihrer Botschaft Brücken bauen, Versöhnung leben, Glauben stärken. Im Geiste dieser Botschaft wandte sich WCE an die Stiftung Frauenkirche Dresden mit dem Vorschlag, in der Krypta der Unterkirche ein World Café über Versöhnung abzuhalten. Das Grundanliegen war einen Raum bereitzustellen, in dem Menschen ihre persönlichen Erkenntnisse, Einstellungen und Erfahrungen in Bezug auf das Thema 'Versöhnung' auf eine Weise austauschen konnten, die sich spürbar auf ihr tägliches Leben auswirken würde − in Richtung auf ein tieferes Verständnis von Versöhnung auf individueller wie gesellschaftlicher Ebene. Persönliche Narrative über die Kraft eines versöhnten Lebens sollten zur Sprache kommen und mit anderen geteilt werden können. Die Frauenkirche bot einen mehr als geeigneten Hintergrund für den Austausch und die Verbreitung solcher persönlichen Geschichten zum Thema Versöhnung.

Was sind die Ergebnisse, was wurde bewirkt?

Die Frauenkirche als geweihter Ort und die mutige Erkundung des Konzepts 'Versöhnung' im Dialog mit anderen Menschen boten ein einzigartiges Ambiente zur Gewinnung tiefer persönlicher Einsichten. Das gemeinsame Reflektieren über Fragen wie "Was kann ich mit diesem neugewonnenen Verständnis von Versöhnung selbst tun, um die Welt zu einem friedlicheren Ort zu machen?" inspirierte die Teilnehmer dazu, gemeinsam mit den anderen eine hoffnungsvolle Zukunftsperspektive zu entwerfen. In ihren Gesprächen darüber, was ein vertieftes Verständnis von Versöhnung für sie selbst, ihre Gemeinschaften und die Welt als Ganzes bedeuten könnte, ermutigten sie sich gegenseitig "den Weg des Herzens zu gehen". Die Geschichten, die dabei zur Sprache kamen, zeigten deutlich, dass die Teilnehmer innerlich bereit waren, ihre jeweiligen Wohlfühlzonen zu verlassen und persönliche Konflikte und Herausforderungen anzugehen, die in der einen oder anderen Weise mit Versöhnung zu tun hatten. Aus der Analyse der Dialogergebnisse wurde ersichtlich, dass die World Café-Teilnehmer aus den Gesprächen wertvolle Erkenntnisse, aber auch Mut schöpften, selbst aktiv zu werden, um in ihrem persönlichem Umfeld wie auch in ihrer Alltagswelt ein versöhnlicheres Verhalten zu entwickeln.

Das World Café hatte nicht nur auf seine Teilnehmer eine tiefe und nachhaltige Wirkung. Die Qualität und die Tiefe dieser Gespräche verkörperten beispielhaft die große Wirkkraft und das Potenzial, die der Dialog der Gesellschaft bieten kann. Die einzigartigen Gespräche, die an diesem Tag in der Frauenkirche Dresden stattfanden, dienten uns bei WCE als stetige Inspiration für unsere laufende Arbeit − die Förderung von Dialogen über Fragen, die wirklich von Bedeutung sind.

Neugierig Näheres zu erfahren?