World Cafe - All together with one another

Die Entstehung von Keturi - Ein World Café, das alle Sinne anspricht

“Ich bin fest davon überzeugt, dass es eine körperliche Intelligenz gibt, die wir neben der emotionalen und mentalen Intelligenz mit einbeziehen können … und es gibt sogar eine spirituelle Intelligenz, die wir hinzunehmen können ... Das World Café erschließt uns diese Dimensionen, aus denen wir schöpfen können ...”

Die grosse Idee

Am 3. Mai 2007 – dem Jahr, in dem WCE aus der Taufe gehoben wurde − fanden im Rahmen eines Festival des Dialogs über die Stadt Dresden verteilt acht World Café-Veranstaltungen statt. Während der Planungsphase hatte WCE beschlossen, mit einem ganz neuen, ungewöhnlichen World Café-Ansatz zu experimentieren. Die ursprüngliche Idee sah vor, Musik in Form einer Art Chor-Erlebnis in den Dialog einzubinden, wobei die Gesprächsteilnehmer zu Chormitgliedern würden. WCE beriet sich hierzu mit dem Direktor der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber in Dresden, der bereits einige von WCE gestaltete World Cafés miterlebt hatte und die grundsätzliche Idee sofort begriff. Allerdings fand er, dass ein "Chor" nicht so recht mit dem Geist des World Café harmonieren würde, das ja traditionell einen gerade nicht-hierarchischen Bottom-up-Ansatz verfolgt. Stattdessen empfahl er die von Émile-Jacques Dalcroze Anfang des 20. Jahrhunderts in Dresden entwickelte Rhythmik in Erwägung zu ziehen, eine besondere Form der Musikerziehung. Nach weiteren Diskussionen mit zwei Musikprofessoren der Hochschule wurde die Idee zu "Keturi" geboren − einem noch nie dagewesenen World Café - Format, das Gespräch, Musik, Kunst und körperliche Bewegung auf einzigartige Weise miteinander verknüpft.

Wer hat teilgenommen?

Zu unserem 1. World Café European Gathering in Dresden kamen Teilnehmer aus ganz Europa sowie einige aus Asien und den USA. Sogar die Mitbegründerin des World Café, Juanita Brown, war angereist, um die Premiere von "Keturi" mitzuerleben. Somit fand das neue World Café-Format buchstäblich vor einem Weltpublikum statt.

Dem Anlass entsprechend war auch das Setting ein ganz besonderes: Das Keturi fand im Festspielhaus Hellerau statt, welches 1911 als "Bildungsanstalt für Musik und Rhythmus von Émile Jaques-Dalcroze“ erbaut worden war. World Café Europe hatte das Privileg, einen der Seitenräume des Festspielhauses für die Keturi-Premiere zu nutzen. Diese Räume werden bis heute vor Aufführungen zum Aufwärmen und Trainieren benutzt.

Was wollte das Planungsteam erreichen?

WCE wollte herausfinden, inwiefern die Einbeziehung nichtverbaler Kommunikationsformen − Musik, Bewegung, Kunst − ein World Café bereichern und seine Wirkung vertiefen würde. Die Keturi-Premiere war somit ein Experiment und gleichzeitig der Prototyp eines neuem, ungewöhnlichen World Café-Ansatzes. WCE trat damit in eine kreative Phase ein, die World Café-Moderatoren, Facherzieher für Musik & Rhythmik sowie Musiker zusammenbrachte, um gemeinsam neue Wege zu erkunden. Die Musik wurde speziell für diesen Keturi-Prototyp komponiert und basierte auf dem Rhythmus des menschlichen Herzschlags.

Was sind die Ergebnisse, was wurde bewirkt?

Die Teilnehmer waren von diesem neuen World Café-Erlebnis ebenso fasziniert wie begeistert und der Erfolg rief eindeutig nach einer Wiederholung. Inzwischen wurde mit weiteren Variationen dieses ganzheitlich-innovativen Konzepts experimentiert und der Ansatz weiterentwickelt. WCE prägte für dieses multisensorische World Café-Format den Namen "Keturi" − in Anlehnung an das proto-indoeuropäische Wort für die Zahl "4" (g bei einer Keturi-Ansatz sitzen jeweils vier Teilnehmer in einem Kreis).

Curious to read more?